Last Light Reinfall

Nachdem der Stefanitag großteils mit blauen Himmel und wolkenlos über die Bühne ging, schleppte ich gegen 18.00 Uhr Teleskop, DSLR und Objektivkoffer auf die Terrasse: „Last Light 2018“ sollte stattfinden. Das Hauptaugenmerk war aber, mit der DSLR ein paar noch nie gemachte scharfe Fotos zu schießen. Dazu hatte ich 3 Objekte auserkoren, die sehr gut zu sehen waren: Mars hoch im S, die Plejaden hoch im O und M31 genau im Zenith.

Lange Rede, kurzer Sinn: kompletter Reinfall, zumindest bez. der Astroaufnahmen. Konnte nicht mal Mars in den Sucher der Kamera bekommen, geschweige denn ein Foto schießen. Irgendwo ist da ein „Mega-Wurm“ drinnen. Das beginnt schon daran, dass das Teleskop nach der Reinigung des Hauptspiegels nicht mehr ganz „rund“ arbeitet. Ich muss mir das jetzt im Winter der Reihe nach alles anschauen und die Probleme lösen.

Zu den Beobachtungen:

  • Mars: sehr schön orange sichtbar, aber wegen der oben erwähnten Probleme, faktisch keine Scheibe sichtbar. Hab dann sogar versucht mit dem neuen Filter zu experimentieren, aber alles war zu unüberlegt, zu unausgereift.
  • Plejaden: mit freien Auge, oder im Feldstecher schön anzusehen – im Teleskop relativ unspektakulär.
  • M31: wenigstens durfte ich mich an der 2,5 Mio. LJ entfernten Andromedagalaxie hoch erfreuen. Schon ein eigenartiges Gefühl zu wissen, wie lange diese Photonen unterwegs waren, um dann meine Netzhaut zu reizen.

Marsopposition 2018

Zuerst Mal den frisch geputzten Hauptspiegel neu eingestellt und dann an Jupiter getestet. Ehrlich gesagt merke ich jetzt nicht den großen Unterschied, obwohl Jupiter sehr gut zu beobachten war, Ob das am Spiegel, oder an meiner Euphorie gelegen hat, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall waren die 4 großen Monde sehr gut zu erkennen.

Und dann kam der Mars dran … orange Scheibe einwandfrei erkennbar, nur leider keinen weißen Polarbereich erkannt. Weiß aber nicht, ob das am Teleskop gelegen hat, oder am derzeit wütenden globalen Sandsturm, der dort oben „rumbläst“. Dadurch, dass Mars sehr im S steht, könnten auch atmosphärische Störungen verantwortlich sein.

Zum Schluss auch noch den Saturn beobachtet.

Fazit: leider den Adapter für Okular-DSLR zu Hause vergessen, somit waren keine DSLR-Foto durch das Newton möglich. Auf jeden Fall ist mir jetzt klar, wie ich auf der DSLR im Live-Modus das Objekt super scharf stellen kann. Genau das war ja immer das Problem früher und daher wird die nächste Beobachtung sehr interessant werden.

Jupiter mit seinen Monden

Mars

Reinigung des Hauptspiegels

Da der Hauptspiegel meines Newtons verschmutzt war, habe ich diesen mal ausgebaut und gereinigt. Dazu müssen unten beim Spiegel ein paar Schrauben gelöst werden und dann kann der Spiegel in seiner Fassung aus dem Tubus genommen werden. Eine Schraube weigerte sich beharrlich und konnte nur mit viel MOS-Spray und Geduld geöffnet werden.

der „dreckige“ Spiegel

der „blitz-blanke“ Spiegel

Blick durch den Tubus mal in die andere Richtung

Mondfinsternis

Trotz Bewölkung das 1. Mal mit dem Dobson auf meinem Beobachtungsplatz gesiedelt. Und es hat sich gelohnt. Der Mond ging während der Totalität auf und der Austritt aus dem Erdschatten war ausgezeichnet zu beobachten. Zusätzlich haben noch Jupiter, Saturn und auch noch der Mars das ganze Schauspiel untermalt. Fotografiert wurde hauptsächlich mit der DSLR, bzw. mit dem Handy durch das Newton, wobei das alles anderes als befriedigend ist.

Vor der Beobachtung auch zwei Bauern kennengelernt, die dort die Felder bestellen. Das war mir insofern wichtig, damit es in Zukunft keine Schwierigkeiten dort vor Ort gibt. Dieses Mal auch genügend Wasser und ein Insektenmittel am Mann und daher auch keine Probleme mit den Viechern gehabt.

Mond in der Totalitätsphase

Mond mit Jupiter

Austritt aus dem Kernschatten

Neuer Beobachtungsplatz

Schon lange bin ich auf der Suche nach einem geeigneten Beobachtungsplatz, der folgende Anforderungen erfüllen solle: 360° Rundumsicht, keine Streulichter und schnell erreichbar. Letztes Jahr hatte ich so einen Platz nähe Unterhömbach gefunden, aber erst jetzt konnte ich alles vor Ort und in der Nacht checken.

Da ich nicht wusste, was mich alles erwartet, wurde das „große Rohr“ nicht eingepackt und nur die DSLR + Stativ und Feldstecher waren bei diesem Test dabei. Und man kann sagen, dass der Platz alle Erwartungen erfüllt. Sogar asphaltiert ist dort, d.h. ich muss nicht in der feuchten Wiese stehen. ToDos für das nächste Mal: Wasser zum Trinken mitnehmen und irgendeinen Insektenschutz werde ich auch brauchen.

Beobachtet und fotografiert wurden der halbe zunehmende Mond, Jupiter, die Venus und natürlich der sehr helle ISS-Überflug. Hab ein wenig mit Belichtung und Blende rumgespielt, aber so richtig klüger bin ich jetzt nicht geworden.

mein lauschiger Beobachtungsplatz

 

Venus

 

zunehmender Halbmond, 2. Viertel

 

Mond mit Jupiter

 

großer Wagen

 

ISS vor dem Sternbild des Skorpion

 

ISS

 

ISS am Osthimmel – mit dem Handy fotografiert

 

Ready for Mars

Da Mars gerade sehr erdnah ist, überstrahlt er momentan alles andere am Firmament. Einziges Problem: er ist erst ab 02.00 Uhr früh zu sehen und da auch nur in ca. 17° Höhe. Daher also gestern das komplette Equipment im Ankleideraum aufgebaut, ein paar Fotos vom Jupiter gemacht (die alle nicht wirklich was geworden sind) und den Wecker gestellt. Um 02.00 Uhr früh war dann der komplette Südhimmel bewölkt –> kein Mars zu sehen. Super 😦

Fazit:

  1. Ende Juli hat Mars seine größte Helligkeit, d.h. ich hab noch etwas Zeit.
  2. Das Fotografieren mit der DSLR ist „ein Schaß“, ich brauch was besseres und geeigneteres.
  3. Ein 4. Okular muss her – Brennweite > 30 mm
  4. Muss mir so einen Koffer besorgen, wo die Okulare schön geschützt befördert werden können.

 

Bereit für den Mars

Jupiter mit der DSLR fotografiert

Schande – First Light 2018 :-(

Fast ein ganzes Jahr hat es gedauert, bis ich mein 10 Zoll-Dobson wieder mal aktiviert habe – Ausreden: keine. Warum das also gestern passiert ist, weiß ich gar nicht mal – war vl. die viele frische Höhenluft, die ich im Zuge einer Vespa-Ausfahrt abbekommen hatte. 🙂 Dafür als kleine Bestrafung gibt es jetzt einen umfangreichen Bericht der äußerst positiven Beobachtungsnacht.

Um ca. 2030 die Terrasse mal frei gemacht und dann das „Rohr“, samt Montierung, meine 3 Omegon-Okulare und natürlich das Handy „Ready for Action“ gemacht.

Mein erstes Objekt an diesem Abend war Jupiter, der lt. Stellar-App hell erleuchtet am Südhimmel sich zeigen sollte. Es war aber noch derart hell, dass ich nicht wirklich was sah. Also übte ich mich im Umgang mit dem Gerät, was nach einem Jahr Abstinenz gar nicht mal so schlecht war. Mit Hilfe von ein paar am Himmel fliegender Flugzeuge konnte ich relativ rasch checken, dass das Teleskop die 11 Monate gut überstanden hat, denn die Objekte waren deutlich scharf und konturenreich zu sehen. Versuchte mit dem Handy ein Foto zu machen, aber das scheitere am Speed der Maschinen.

Kurz nach 2100 Uhr ein schwaches Leuchten in Süden … ich wußte sofort, das ist er, der größte Planet des Sonnensystems: Jupiter. Als ich mein Teleskop auf den Lichtpunkt ausrichtete und dann das erste mal wieder nach so langer Zeit durchschaute, war ich hoch erstaunt. Jupiter zeigte sich sehr detailreich. Auch 3 Monde, Kalisto, Europa und Ganymed waren zu sehen. Auf dem Planeten zeigten sich die Wolkenbänder in nie dagewesener Schärfe … UND, ich traute meinen Augen nicht, der „große rote Fleck“, ein gigantisches Sturmtief, das seit Jahrhunderten von Astronomen beobachtet wird, war ganz deutlich erkennbar. Für mich ein Meilenstein, denn bis dato war mir dieser Wolkenwirbel verborgen geblieben, bzw. konnte ich ihn nur erahnen.

Das ist ein Handyfoto von Jupiter – wie man sieht, ist die Qualität eher bescheiden. Deutlich erkennbar sind aber die Wolkenstrukturen, die von links oben nach rechts unten verlaufen. Ein schönes Detail am Rande: da die Rotationsperiode von Jupiter knapp 10h beträgt, konnte ich mitverfolgen, wie der GRS (Great Red Spot) über die Planetenscheibe wanderte.

Weiter ging die Reise – der Himmel war noch immer sehr hell, daher suchte ich helle Objekte am Südhimmel. Gleich im Sternbild Waage konnte ich die beiden Sterne Zubenelgenubi beobachten – was wie ein Doppelsternsystem ausschaut, ist leider keines. Ganz im Süden war Antares zu sehen, ein roter Riesenstern im Sternbild des Skorpions. In seiner orangen Farbe ist er einer der hellsten am Nachthimmel. Weiters waren Acrab und Dschubba, die Scheren des Skorpions gut erkennbar. Aber auch im Norden war Alphekka in der Nördlichen Krone und natürlich Arktur im Bärenhüter bestens sichtbar.

Schön langsam wurde es wirklich dunkel, Jupiter verschwand hinter Nachbars Riesenbaum und ich schulte mich etwas in der Sternbilderkunde: über Herkules, zur Schlange und weiter zum Schlangenträger.

Ich versuchte anhand von schwachen Sternen in der Umgebung von hellen Sternen festzustellen, wie groß der sichtbare Radius bei kleinster Vergrößerung am Teleskop ist. Leider weiß ich den Stern nicht mehr, aber lt. Stellar-App sehe ich mit „FOV 1.0°“ … was das genau zu bedeute hat, muss ich noch verifizieren.

Endlich war es dann soweit und auch der 2. größte Planet des Sonnensystems zeigt sich mir: Saturn, oder besser bekannt als der Ringplanet. Vielleicht lag es an der tief im Süden liegenden Position, aber die Sichtbarkeit war leider mit Jupiter nicht vergleichbar. Das Ringsystem zwar super sichtbar, aber das war es dann schon auch – keinerlei Strukturen im Ring, geschweige denn auf der Oberfläche waren sichtbar.

Auch das Handyfoto ist jetzt nicht gerade eine astronomische Bereicherung, aber zumindest die Ringstruktur ist gut erkennbar.

Das obligatorische Borg-Foto 🙂

Resümee: hab wieder Feuer gefangen und werde das jetzt intensivieren. Auch im Hinblick, dass Ende des Monats eine totale Mondfinsternis über die Bühne geht und Mars momentan so hell wie nie am späten Nachthimmel steht. Vielleicht sehe ich die Polkappen, das wäre schon eine sehr sehr geile Sache. 🙂 Wollte eigentlich heute auf meinen Beobachtungsplatz nach Neuhofen  ausrücken, aber leider ist es sehr bewölkt, also wird diese Premiere noch ein wenig in die Zukunft gerückt.

… und zum Schluss dann noch rot in den Tubus geleuchtet 🙂